August 2014: Viel (zu viel) Erfolg!

August 2014: Viel (zu viel) Erfolg!

»Um erfolgreich zu sein, braucht man zweierlei: Unwissenheit und Selbstvertrauen.«

Mark Twain

Erfolg ist was Tolles. Leider wird er sprachlich allzu oft überstrapaziert. Melde ich mich aus irgendeinem Online-Netzwerk ab, steht da zum Beispiel: »Sie haben sich erfolgreich ausgeloggt.« An anderer Stelle lese ich, dass jemand sein Studium erfolgreich abgeschlossen oder eine Aufgabe erfolgreich gelöst hat. Und noch woanders hat ein Unternehmen es erfolgreich geschafft, Umsatzziele zu erreichen.

Was haben all diese Beispiele gemeinsam? Richtig: In allen Formulierungen kann das Wort »erfolgreich« wegfallen, ohne dass sich am Sinn der Aussage irgendetwas verändert:

  • Sie haben sich ausgeloggt.
  • Er hat sein Studium abgeschlossen.
  • Er hat die Aufgabe gelöst.
  • Die XY GmbH hat ihre Umsatzziele erreicht.

Wenn man beim Ausloggen nicht erfolgreich war, ist man auch nicht ausgeloggt. Ein Studienabschluss belegt den Erfolg des Studiums (unabhängig von der Note): Wer das Examen nicht besteht, also keinen Erfolg hat, hat sein Studium nicht abgeschlossen. Und erfolglos kann man genauso wenig Aufgaben lösen wie Umsatzziele erreichen.

Wenn Sie solche gedoppelten Aussagen vermeiden, sorgen Sie für mehr Klarheit: Der Text wird kürzer, die Botschaft erschließt sich leichter und kommt ohne Umwege bei Ihrer Zielgruppe an.

© Juliane Topka 2014

zurück zum Archiv

Newsletter regelmäßig erhalten?

Dieser Beitrag wurde in Zwei-Minuten-Archiv veröffentlicht und getaggt , , , . Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Die Kommentare sind geschlossen, aber Sie können einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.
  • Zwei Minuten für die Sprache: das Buch

    Tipps und Tricks zu 40 häufigen Unsicherheiten in Rechtschreibung, Grammatik und Stil finden sich in diesem Buch.