Juni 2017: Kopplungen mit englischen Begriffen

»Ordnung ist die Verbindung des Vielen nach einer Regel.«

Immanuel Kant (1724 bis 1804), deutscher Philosoph

Das heutige Thema verbreite ich zwar sehr häufig bei Twitter, aber ich habe es tatsächlich noch nie in einem Newsletter behandelt. Es geht um mehrteilige Begriffe mit englischen Elementen.

»Social Media«, »Big Data«, »Best Practice«: Diese und einige weitere Begriffe haben wir unübersetzt ins Deutsche übernommen. Sie sind jeweils als Einheit ähnlich wie ein Eigenname zu verstehen, weshalb man den jeweils ersten Bestandteil großschreibt, obwohl es dafür eigentlich gar keinen Grund gibt: »social«, »big« und »best« sind Adjektive, also Eigenschaftswörter, die man im Deutschen generell kleinschreibt (und im Englischen sowieso). Ein Bindestrich steht hier nicht, weil diese Formen keine Kopplungen sind, sondern ganz gewöhnliche Kombinationen aus Adjektiv und Hauptwort.

Wenn man diese zweiteiligen Begriffe aber nun mit einem deutschen Hauptwort zusammensetzt, sodass die Kombination eine neue Gesamtheit bezeichnet, gelten für sie die gleichen Regeln wie für alle Zusammensetzungen im Deutschen: Aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzte Begriffe schreibt man entweder in einem Wort (wenn sie übersichtlich genug sind) oder koppelt sie mit Bindestrichen komplett durch.

In diesem Fall steht dann also auch zwischen den beiden englischen Bestandteilen ein Bindestrich:

Social-Media-Berater, Big-Data-Anwendung, Best-Practice-Beispiele

Die Schreibung in einem Wort scheidet aus naheliegenden Gründen aus: »Socialmediaberater« oder »Bigdataanwendung« lassen sich beim besten Willen nicht mehr als übersichtlich bezeichnen.

© Juliane Topka 2017

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