September 2017: insofern

September 2017: insofern

»Der Wein und die Wahrheit sind nur insofern ähnlich, als man mit beiden anstößt.«

Gottlieb Moritz Saphir (1795 bis 1858), österr. Satiriker, Journalist und Kritiker

Es gibt ja eine ganze Menge Wörter, die in schöner Regelmäßigkeit falsch gebraucht werden. Über viele habe ich schon geschrieben, eins aber fehlt in meiner Sammlung bisher, und das ist mir in den letzten Wochen extrem bewusst geworden: Es geht um »insofern«.

Sagen Sie mal aus dem Bauch heraus, welches Wort Sie nach dem Komma in folgendem Satz einfügen würden:

Der Termin ist insofern ungünstig, ___ er auf einen Feiertag fällt.

Auch viele Sprachprofis scheinen hier eine echte Schwäche zu haben. In den Nachrichten lese und höre ich zum Beispiel laufend Konstruktionen, in denen sich jemand mit »dass«, »weil« oder sogar »als dass« einen abbricht. Alles falsch!

Wenn die Einschränkung durch »insofern« näher erläutert wird, folgt nach dem Komma ein schlichtes »als«:

Der Termin ist insofern ungünstig, als er auf einen Feiertag fällt.

Das Gleiche gilt übrigens für »insoweit«. Jede andere der oben genannten Varianten ist falsch. Eine weitere Möglichkeit gibt es, die allerdings für den heutigen Sprachgebrauch sehr gehoben klingt und die ich deshalb für die Unternehmenskommunikation nicht empfehle. Sie können auf das »als« verzichten, wenn Sie »insofern« hinter das Komma verschieben:

Der Termin ist ungünstig, insofern er auf einen Feiertag fällt.

 

© Juliane Topka 2017

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