November 2017: integrieren und auf etwas bestehen

»Ich hasse (es), wenn einem eine gebratene Taube ins Maul fliegt, beim Schicksal auch noch auf Kompott zu bestehen.«

Theodor Fontane (1819 bis 1898)

Jeder Mensch, der schreibt, hat bestimmte Wörter und Wendungen, die ihn immer wieder ins Schleudern bringen. Das Verb »integrieren« und die Wendung »bestehen auf« gehören nach meiner Beobachtung bei vielen dazu: Ist eine Leistung in das Angebot integriert oder in dem Angebot? Besteht der Geschäftspartner auf die Erfüllung oder auf der Erfüllung des Vertrages?

Schauen wir also mal genauer hin.

Wenn man »integrieren« als Tätigkeit bzw. Vorgang beschreibt, ist damit eine Richtung verbunden. Im obigen Beispiel würde man fragen: Wohin wird die Leistung integriert? Anhand dieser Frage wird klar, dass der Akkusativ korrekt ist, die Leistung wird in das Angebot integriert.

Etwas anders sieht es aus, wenn man nicht den Vorgang selbst beschreibt, sondern den Zustand nach der Integration. Ist zusätzlich das Ziel der Integration ein Ort, kommt laut Duden auch der Dativ (Frage: wo?) gelegentlich vor, der Akkusativ ist hier aber ebenso richtig: Die Firma X ist in dem oder auch in den Konzern Y integriert. Wenn Sie gern Faustregeln haben, merken Sie sich einfach, dass »integrieren« mit dem Akkusativ kombiniert wird, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Und wie ist es mit »bestehen auf«? Das können Sie mit dem Dativ ebenso wie mit dem Akkusativ verbinden, allerdings ist erstere Variante verbreiteter. Entscheiden Sie sich also im Zweifel für den Dativ: Der Geschäftspartner besteht auf der Erfüllung des Vertrages.

© Juliane Topka 2017

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